Vorhersagebedingungen von Medicanes


Vorhersagebedingungen einer Medicanegenese in der Zusammenfassung

Auslöser

Als Trigger einer Medicane-Entwicklung dient ein Kaltlufttropfen in den Herbst- und Wintermonaten über dem erwärmten Mittelmeer. Daraus resultiert ein thermodynamisches Ungleichgewicht. Der anfangs herrschende barokline Zustand wird durch latente Wärme zunehmend abgebaut.

Wassertemperatur

Bei ausreichend hoher mittel- und hochtroposphärischer Abkühlung genügen Wasseroberflächentemperaturen bereits von etwas über 20°C, wobei gesagt werden muss, dass es sich bei der Zyklogenese dann vielmehr um die Entwicklung eines Hybridsturmes handeln wird. Erst bei einer Wasseroberflächentemperatur von 26 bis 28°C ist wegen der hohen Verdunstung eine reine Medicane-Entwicklung wahrscheinlich. Generell gilt natürlich: Je höher die Wassertemperaturen desto stärker eine mögliche Medicanegenese.

Feuchtigkeit

Eine Medicanegenese erfordert bis in die mittleren Niveaus genügend Feuchte. Entrainment trockener Luft, zum Beispiel Saharaluft, führt zum Abschwächen des Systems.

Windscherung

Nur bei schwacher vertikaler Windscherung ist die Organisation eines thermischen Sturmssystems möglich.

Abschwächenende Faktoren in der Zusammenfassung

  • Der Sturm kommt über kaltes Wasser.
  • Die Baroklinität erhöht sich mit Übergreifen der Frontalzone wieder.
  • Entrainment von Trockenluft (aus Nordafrika) in die Konvektion.
  • Der Medicane zieht über Land/ ist Reibung ausgesetzt.

© Welt der Synoptik | Autoren: Denny Karran und Mike Rosin