Wetterlagen & Wetterphänomene


Aprilwetter

„April April - der macht was er will!“ - so lautet eine der wohl bekanntesten Bauernweisheiten. Nur was ist der Grund für das wechselhafte Wetter im April? 

 

Die Ursache ist in der unterschiedlich schnellen Erwärmung der Wasser- und Landmassen infolge des zunehmenden Sonnenstandes in den Frühjahrsmonaten zu finden. Dabei erwärmen sich Landmassen viel rascher als Meere und Ozeane. Zurückzuführen ist dies auf die spezifische Wärmekapazität. Ein Kilogramm Wasser um 1 Kelvin zu erwärmen bedarf etwa 5 mal mehr Energie, als beispielweise bei der gleichen Masse an Sand. Dafür kann Wasser Wärme länger speichern als Sand. Es entstehen also Temperaturunterschiede, die durch vorhandene Eis- und Schneedecken in den nördlicheren Breiten sogar noch verstärkt werden.

Bildquelle: Welt der Synoptik
Bildquelle: Welt der Synoptik

Berliner Phänomen

Nachdem Professor Richard Scherhag, damaliger Chef des Meteorologischen Instituts der Freien Universität Berlin, am 23. Februar 1952 die Messergebnisse der Berliner Stratosphären-Radiosonde auswertete, dachte er an einen Übertragungsfehler. Wurden in einer Höhe von 30 km an den Vortagen noch -48 Grad registriert, so war es dort diesmal 36 Grad wärmer. Da diese enorme und kurzfristige Erwärmung als sehr unwahrscheinlich galt, entschieden sich die Meteorologen nach eigenem Ermessen den erfassten Wert von -12 auf -62 Grad abzuändern. Erst nach weiteren und auch überregionalen Messungen, wie in Dänemark, England und den USA, wurde eine ausgedehnte Warmluftblase in der Stratosphäre nun wissenschaftlich bestätigt. Gemäß der Erstbeobachtung wurde diese stratosphärische Erwärmung als „Berliner Phänomen“ bezeichnet.

Quelle: NOAA Center for Weather and Climate Prediction | Plötzliche Erwärmung der Stratosphäre erfolgte im Verlauf des Januar 2013 zwischen 65 und 90 Grad Nord in 50 hPa.
Quelle: NOAA Center for Weather and Climate Prediction | Plötzliche Erwärmung der Stratosphäre erfolgte im Verlauf des Januar 2013 zwischen 65 und 90 Grad Nord in 50 hPa.

Kältehoch

Bei einem Hochdruckgebiet, das nur am Boden ausgeprägt ist und in der Höhe (500 hPa) keine Übereinstimmung aufweist, spricht man von einem Kältehoch. Es gibt natürlich auch warme Hochdruckgebiete, die am Boden und in der Höhe erkennbar (und dort manchmal auch stärker ausgeprägt) sind, als am Boden. Außerdem ist es möglich, dass ein warmes Höhenhoch über einem kalten Bodenhoch liegt. In diesen Fällen kommt es sozusagen zu einem "doppelt" hohen Luftdruck, was häufig zu Rekordwerten führt.

© Welt der Synoptik | Aufbau einer thermischen Antizyklone.
© Welt der Synoptik | Aufbau einer thermischen Antizyklone.