Wetterfronten (Luftmassengrenzen)


Schematische Darstellung von Fronten über dem Nordatlantischen Ozean. | Bild: Welt der Synoptik
Schematische Darstellung von Fronten über dem Nordatlantischen Ozean. | Bild: Welt der Synoptik

Was ist eine Wetterfront?

Bei einer Wetterfront (oder nur Front) handelt es sich um eine Bodenkonvergenz, die als Schnittlinie zwei ungleiche Luftmassen voneinander trennt (Luftmassengrenze). Das heißt auch, dass Fronten wegen der Bodenkonvergenz und der damit verbundenen nach oben gerichteten Luftbewegung Tiefdruckrinnen sind und eine zyklonale Scherung der frontparallelen Windkomponenten in der Höhe aufweisen. Daher sind Luftmassengrenzen Gebiete großer zyklonaler (positiver) Vorticity.

 

Die meisten Fronten entstehen in den mittleren Breiten innerhalb der zum Teil mehreren hundert Kilometer breiten Frontalzone. Diese tritt permanent in Erscheinung, während die Front selber nur ein vorübergehendes Phänomen ist.

Die zur Schnittlinie gehörige Frontfläche steht keinesfalls senkrecht im Raum, sondern ist geneigt. Dieser Neigungswinkel ist um so größer, je stärker der Windsprung an der Front ist. Umgekehrt nimmt der Neigungswinkel bei wachsendem Temperatursprung ab.


Welche Wetterfronten gibt es?

Der heutige operationelle Wetteranalyse- und Wettervorhersagedienst unterscheidet nur noch zwischen:

Diese Luftmassengrenzen sind Bestandteil jeder Bodenwetteranalysekarte und auch in den Vorhersagekarten des Bodenwetters zu finden. Dargestellt werden die Luftmassengrenzen mit der jeweiligen Frontensymbolik:

Warmfront
Warmfront
Höhen-WF
Höhen-WF
Kaltfront
Kaltfront
Höhen-KF
Höhen-KF
Okklusion
Okklusion
Höhen-OF
Höhen-OF

Es ist zu beachten, dass Höhenfronten in Wetterkarten eine geöffnete Frontensymbolik aufweisen. Im Gegensatz zu Bodenfronten, wo ein Temperatursprung am Boden erfolgt, findet eine Temperaturänderung bei Höhenwetterfronten nur oberhalb der Bodenwetterstationen beziehungsweise über der planetarischen Grenzschicht statt.

Um die Intensität der Front abzubilden, wurden in der Vergangenheit die jeweiligen Frontensymbole (Halbkreis, Dreieck) auch in unterschiedlichen Abständen voneinander gezeichnet.  Ein sehr geringer Abstand der Symbolik zeigte eine äußerst scharfe Luftmassengrenze mit enormem Temperatursprung. Praktiziert wird diese Darstellungsweise in der modernen Synoptik aber nicht mehr.


Drylines, Trog- und Konvergenzlinien sind keine Luftmassengrenzen, sondern luftmasseninterne Phänomene. Da sie ähnlich wie Luftmassengrenzen aber sehr wetteraktive Zonen repräsentieren, werden sie dennoch hier auf Welt der Synoptik unter Fronten aufgeführt.

Das Frontensystem

Frontensystem | Bild: Welt der Synoptik
Frontensystem | Bild: Welt der Synoptik

Die nebenstehende Skizze zeigt ein klassisches Frontensystem in einem Tiefdruckgebiet. Um ein Frontensystem als solches zu bezeichnen, muss sowohl eine Warmfront als auch Kaltfront vorhanden sein. Eine Okklusion sowie andere frontale Strukturen ergänzen das Frontensystem lediglich.

 

Markantes Wetter an Fronten gebunden

Der mit Wetterfronten einhergehende Luftmassenwechsel fällt selten glimpflich aus. Denn in der Regel finden wir im Bereich von Luftmassengrenzen die intensivsten Wettererscheinungen, die besonders dann stark ausgeprägt sind, wenn der horizontale Temperaturgradient am größten ist. Vor allem im Sommer gibt es nach langen Hitzeperioden in Mitteleuropa mit dem Aufzug einer Kaltfront heftige Gewitter mit Unwetterpotential. Im Winter hingegen verursachen Warmfronten Glatteisregen und sogar länger andauernde Schneefälle.

Aktive und passive Fronten

Aktive Fronten sind immer an Zyklonalität gebunden, da hier die Luft in Bodennähe konvergiert und so ein horizontaler thermischer Gradient aufgebaut werden kann. Aufgrund von Bodendivergenz in Antizyklonen sind unter Hochdruckeinfluss keine frontogenetischen Prozesse möglich, wenngleich sich dort ebenfalls Fronten zeitweise noch halten können, diese aber meist inaktiv sind. Jede (aktive) Luftmassengrenze stellt einen Bereich der sogenannten Hyperbaroklinität dar, aus welcher ein hochtroposphärischer Strahlstrom (Jetstream) resultiert.


© Welt der Synoptik | Autor: Denny Karran