Wetterereignisse 2014

Starkregen in der zweiten Juliwoche 2014


Kräftiger Platzregen mit kurzeitigen Überflutungen | Bildquelle: Welt der Synoptik
Kräftiger Platzregen mit kurzeitigen Überflutungen | Bildquelle: Welt der Synoptik

Zu Beginn der zweiten Juliwoche setzte von Island und den britischen Inseln ausgehend über Westeuropa Potentialfall ein, wodurch über Mitteleuropa eine Zyklogenese generiert werden konnte. An der Ostflanke dieser Zyklone (namens "Michaela) wurde warme und besonders feuchte Mittelmeerluft in den Norden sowie Nordosten Deutschlands, und an der Westflanke des Tiefs kühlere Nordseeluft in den Westen und Süden der Republik transportiert. Im Übergangsbereich bildete sich eine markante Luftmassengrenze, auf deren warmer Seite sich wiederkehrend heftige Starkregengewitter bildeten. Erst zum Ende der zweiten Juliwoche ging die Großwetterlage Tief Mitteleuropa in eine winkelförmige Westlage über. Dennoch aber kam es örtlich weiterhin zu starken konvektiven Regenfällen, die mancherorts erhebliche Schäden anrichteten.

Zahlen und Fakten

zur Starkregenlage in der zweiten Juliwoche 2015

Großwetterlage
Tief Mitteleuropa
Niederschlagstyp
 konvektiver Niederschlag
Dauer der Starkregenlage 6 Tage (08. bis 13.07.2014)
niederschlagsbares Wasser 37 bis maximal 44 mm
Extremniederschlagsmenge 52,6 mm/h in Sprenge
Blitze während der Starkregenlage ca. 240000

 

Übrigens... Starkregenfälle sind heftige und nur vorübergehende konvektive Niederschlagsereignisse, die zu plötzlichen Überflutungen und schweren Schäden führen können. Im Sommerhalbjahr fallen je nach Luftmasse in Deutschland 25 mm bis über 50 mm pro Stunde. Dabei können Minutenraten von 3 bis 5 mm beobachtet werden. Starkregen tritt häufig in Zusammenhang mit kräftigen Gewittern auf. Bei starken Aufwinden und hohem Wassergehalt der Luftmasse erreichen die Starkregentropfen einen Durchmesser von 5 bis 6 mm und fallen mit bis zu 40 km/h zu Boden.


Abb. 1 | Am 08. Juli 2014 herrschten über Mitteleuropa hohe Temperaturgegensätze von zum Teil 20 °C. Diese Grafik zeigt die Höchsttemperaturen vom 08.07.2014 sowie die Position der Luftmassengrenze um 18 UTC. Bildquelle: Welt der Synoptik | Erstellt mit Metwatch

Abb. 2 | Gesamtniederschlagshöhe in Europa zwischen dem 06. Juli und dem 12. Juli 2014. Bildquelle: NOAA/CPC

Abb. 3 | Starkregenzelle über Wiesbaden am 11. Juli 2014. Bildquelle: Deutscher Wetterdienst/Facebook
Abb. 4 | Gesamtniederschlag in Deutschland am 08. Juli 2014. Bildquelle: Deutscher Wetterdienst

Am 11. Juli 2014 verursachte ein schweres Unwetter starke Überschwemmungen in Wiesbaden. In einer Stunde fielen in Wiesbaden-Auringen über 45 mm Niederschlag. Die Radarreflektivitäten (linkes Bild) aber zeigen, dass lokal deutlich höhere Stundenmengen erreicht wurden.


TOP 4 - Niederschlagsmengen vom 08. Juli 2014 - Datenquelle: DWD
Station
stündlich    Station 24-stündig
Sprenge bei Hamburg 52,6 L/m²   Lindberg-Buchenau 103,2 L/m²
Neuruppin 32,8 L/m²   Stützenbrün-Hundshübel 83,0 L/m²
Bottmersdorf 31,3 L/m²   Katzhütte 82,0 L/m²
Deutschneudorf-Brüderwiese 31,1 L/m²   Sprenge bei Hamburg 75,3 L/m²
         
TOP 5 - Niederschlagsmengen vom 09. Juli 2014 -  Datenquelle: DWD
Station
stündlich    Station 24-stündig
Großenkneten 41,0 L/m²
  Aachen
56,9 L/m²
Hörstel 37,7 L/m²   Wilhelmsfeld 56,6 L/m²
Friesoythe-Altenoythe 33,2 L/m²   Worpswede-Hüttenbusch 56,3 L/m²
Worpswede-Hüttenbusch 29,6 L/m²   Hörstel 56,2 L/m²
Frankenfeld-Hedern 29,8 L/m²    Politz 54,0L/m²
         
TOP 5 - Niederschlagsmengen vom 10. Juli 2014 - Datenquelle: DWD
Station
stündlich   Station
24-stündig
Nidderau-Erbstadt 39,4 L/m²
  Bad Hersfeld
64,8 L/m²
Peterslahr 39,2 L/m²   Bissendorf-Schledehausen 49,6 L/m²
Essen-Brockenhausen 34,9 L/m²   Balderschwang 48,6 L/m²
Hümmerich 34,0 L/m²   Niederaula 43,7 L/m²
Wiesbaden-Auringen 32,4 L/m²   Nidderau 43,3 L/m²
         
TOP 5 - Niederschlagsmengen vom 11. Juli 2014 - Datenquelle: DWD
Station
stündlich   Station
24-stündig
Durbach-Ebersweier 47,2 L/m²    Ohlsbach 59,9 L/m²
Wiesbaden-Auringen 45,4 L/m²    Durbach-Ebersweier 59,7 L/m²
Coesfeld 38,6 L/m²    Wiesbaden-Auringen 48,0 L/m²
Lohr/Main 38,4 L/m²    Pellingen  46,4 L/m²
Bundenthal 30,9 L/m²    Hohennahr 41,7 L/m²
         
TOP 5 - Niederschlagsmengen vom 12. Juli 2014 - Datenquelle: DWD
Station
stündlich   Station
24-stündig
Heckelberg 43,1 L/m²    Michelstadt 54,0 L/m²
Feldberg im Schwarzwald 40,6 L/m²    Homburg-Schönbornerhof  53,7 L/m²
Oberstenfeld-Prevorst 39,5 L/m²    Lembeck 50,0 L/m²
Lembeck 34,8 L/m²    Wangen 50,0 L/m²
Michelstadt 29,0 L/m²    Feldberg im Schwarzwald 47,9 L/m²
         
TOP 5 - Niederschlagsmengen vom 13. Juli 2014 - Datenquelle: DWD
Station
stündlich   Station 24-stündig
Borken in Westfalen 33,4  L/m²   Rotenburg
71,3 L/m²
Rotenburg 25,0 L/m²   Heeslingen-Wiersdorf 59,3 L/m²
Lienen-Kattenvenne 25,0 L/m²   Gedern-Schönhausen 54,1 L/m²
Herrieden 22,7 L/m²   Ottersberg-Otterstedt 48,4 L/m²
Offenbach 20,8 L/m²   Elztal-Rittersbach 37,0 L/m²

 


Autor: Denny Karran | Veröffentlicht: am 15.07.2014 | © Welt der Synoptik