2014 war das wärmste Jahr in Deutschland!


2014 ist mit einer Mitteltemperatur von 10,3°C in Deutschland das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Grund dafür ist die nahezu ununterbrochene Aufeinanderfolge zu warmer Monate. Die bisher wärmsten Jahre waren 2000 und 2007 mit jeweils 9,9°C. Die klimatologische Durchschnittstemperatur liegt bei 8,2°C (Referenz: 1961 bis 1990).

So warm (oder durchschnittlich) waren die einzelnen Monate im Jahr 2014

Wie die folgende Auflistung der Mitteltemperaturen in Deutschland der einzelnen Monate zeigt, ergibt sich jeweils eine mehr und minder stark ausgeprägte positive Temperaturanomalie. Besonders herausragend sind die Monate Februar bis April sowie der Oktober und der November. Nur der August war etwas zu kalt. In Bezug auf die Vergleichsperiode 1981 bis 2010 war neben dem August auch der Mai "leicht unterdurchschnittlich“ temperiert.

Monatliche Gebietsmitteltemperaturen Deutschland 2014, Abweichungen und Standardabweichungen

Basisdaten: Deutscher Wetterdienst. Alle Angaben ohne Gewähr!

Monat

Temperaturmittel

2014

aktuelle Abweichung

(Referenzperiode 1961-1990)

Standardabweichung

(1961-1990)

aktuelle Abweichung

(Vergleichsperiode 1981-2010)

Januar 2,1°C +2,6 Grad +/-2,9 Grad +1,7 Grad
Februar 4,3°C +3,9 Grad +/-2,7 Grad +3,3 Grad
März 6,9°C +3,4 Grad +/-2,0 Grad +2,6 Grad
April 10,8°C +3,4 Grad +/-1,1 Grad +2,5 Grad
Mai 12,4°C +0,3 Grad +/-1,3 Grad -0,6 Grad
Juni 16,1°C +0,7 Grad +/-1,1 Grad +0,3 Grad
Juli 19,3°C +2,4 Grad +/-1,4 Grad +1,3 Grad
August 16,0°C -0,5 Grad +/-1,0 Grad -1,5 Grad
September 14,9°C +1,6 Grad +/-1,1 Grad +1,4 Grad
Oktober 11,9°C  +2,9 Grad +/-1,3 Grad +2,7 Grad
November 6,5°C  +2,5 Grad +/-1,4 Grad +2,1 Grad
Dezember 2,7°C +1,9 Grad +/-2,1 Grad +1,6 Grad
Jahr  10,3°C +2,1 Grad +/-0,7 Grad +1,4 Grad

Betrachtet man nun einmal die aktuellen Abweichungen der einzelnen Monate, ist es insgesamt immer irgendwie zu warm oder zu kalt. Und das ist völlig normal. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass monatlich oder jährlich exakt der klimatologische Mittelwert erreicht wird, ist äußerst gering. Daher gibt es für jeden Monat eine Standardabweichung, einen Bereich, in dem die Temperatur, aber auch der Niederschlag und die Sonnenscheindauer, schwanken "dürfen". Diese Standardabweichungen sind in der Tabelle ebenfalls mit aufgelistet und beziehen sich auf die noch gültige Referenzperiode 1961 bis 1990.

Auch etwas zu warm oder zu kalt ist also völlig durchschnittlich

Diese Standardabweichungen relativieren die absoluten Abweichungen. Und dies ist auch dringend notwendig. Denn schaut man auf die Abweichungen allein, würde der Eindruck erweckt werden, das Klima spielt total verrückt und es gäbe keine durchschnittlichen Monate oder Jahre mehr. Nun gut. Betrachten wir einmal die Monate Mai und Juni im Jahr 2014 etwas genauer. Der Mai war mit 0,3°C eigentlich bedeutungslos zu warm. Die Standardabweichung, hervorgehend aus der Klimareferenzperiode 1961 bis 1990, beträgt sage und schreibe +/-1,3 Grad. Aus der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 lässt sich eine Standardabweichung von knapp +/-1,5 Grad berechnen. Im Juni liegt die Standardabweichung bezüglich der Referenzperiode bei +/-1,1 Grad. Für die Vergleichsperiode erreicht sie etwa +/-1,3 Grad. Damit handelt es sich bezüglich der gemittelten Temperatur in den Monaten Mai und Juni um keine zu warmen, sondern tatsächlich um durchschnittliche Monate. Und sogar der August, der eine leichte negative Temperaturanomalie in der Bilanz aufweisen konnte, war durchschnittlich.

Besondere Wetterlagen verursachen besonders warme Monate

Als außergewöhnlich warm zeigten sich dagegen, wie bereits weiter oben geschrieben, die Monate Februar, März und April. Solche hier gemessenen Abweichungen sind tatsächlich extrem und liegen zum Teil mehr als +2 Grad über der Standardabweichung. Auch die Herbstmonate Oktober und November zeigten mit einer Abweichung von 2,9 bzw. 2,5 Grad ungewöhnlich hohe positive Temperaturanomalien. Jeder dieser Monate im Jahr 2014 gehört jeweils mit zu den wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Ursache für die extremen positiven Anomalien in den Monaten Februar, März, April, Oktober und November waren häufigere südwestliche Wetterlagen. Dabei wurden auf der Vorderseite teils kräftiger und beständiger Tiefdruckgebiete über dem Nordatlantik warme Luftmassen subtropischen Ursprungs nach Mitteleuropa transportiert. Ob diese Wetterlagen der in der Vergangenheit stattgefundenen Klimaerwärmung geschuldet sind, weiß kein Mensch. Fakt ist, Luftmassen und Wetterlagen brachten uns die ungewöhnlich warmen Monate.

Abb. 1 | Die mittlere globale Luftdruckverteilung im Februar 2014 zeigt tiefen Luftdruck über dem Nordatlantik. | Bildquelle: Deutscher Wetterdienst
Abb. 1 | Die mittlere globale Luftdruckverteilung im Februar 2014 zeigt tiefen Luftdruck über dem Nordatlantik. | Bildquelle: Deutscher Wetterdienst
Abb. 2 | Die mittlere globale Luftdruckverteilung im Oktober 2014 zeigt tiefen Luftdruck über dem Nordatlantik. | Bildquelle: Deutscher Wetterdienst
Abb. 2 | Die mittlere globale Luftdruckverteilung im Oktober 2014 zeigt tiefen Luftdruck über dem Nordatlantik. | Bildquelle: Deutscher Wetterdienst


 Autor: Denny Karran | Veröffentlicht: am 07.03.2015 | © Welt der Synoptik