Wetterereignisse 2013

Australische Rekordhitze im Januar 2013


Hitze ist besonders im Januar und Februar auf dem australischen Kontinent nichts Ungewöhnliches. Jedes Jahr steigen die Tageshöchsttemperaturen vor allem in den interkontinentalen Wüsten auf über 45°C. Die absolute Höchsttemperatur wurde bisher mit 50,7°C erreicht und am 02. Januar 1960 an der Station Oodnadatta in South Australia gemessen. In den letzten 52 Jahren wurde dieser Wert nur knapp verfehlt, denn am 19. Februar 1998 erfasste die Station Mardie in Western Australia rekordverdächtige 50,5°C. Im Januar 2013 aber wurde Australien von einer Hitzewelle heimgesucht, die zeitlich und räumlich ein seit Messbeginn noch nicht dagewesenes Ereignis darstellte. Bereits das letzte Jahresdrittel 2012 erwies sich nach Auswertungen des australischen Wetterdienstes als zu warm. Genaugenommen wird hier von einer Rekordwärme gesprochen, da die ganzzeitlich gemittelten Tageshöchsttemperaturen zwischen September und Dezember 2012 eine Abweichung von +1,61°C vom langjährigen Mittel (1961 bis 1990) zeigen. Mit der in einer schwachen El Nino-Phase einhergegangenen Januarhitze 2013 wurden an zahlreichen Stationen neue Rekordtemperaturen gemessen. Montag, der 07. Januar 2012 (australische Zeit) war der aus den gemittelten Höchsttemperaturen aller australischen Stationen mit 40,3°C der wärmste Tag seit Beginn der Aufzeichnungen.

Ursache und die synoptische Entwicklung der Hitzewelle


Zahlreiche Faktoren beeinflussen die Entstehung von Hitzewellen. So haben meteorologische und topographische Bedingungen einen genauso hohen Stellenwert wie unter anderem der Wasserhaushalt des Bodens und der Bodenbewuchs. Trockene Böden begünstigen die Entstehung von hohen Temperaturen und Hitzewellen. Fehlt das Wasser im Boden, so erfolgt auch keinerlei Verdunstungsabkühlung. Während bei der Verdunstung von Wasser der Umgebungsluft Energie entzogen wird, kann sich die Luft über trockenem Grund bei einer windschwachen Strahlungslage ungehindert erwärmen. Unbewachsener Boden verschärft dabei sogar die Situation.

© Commonwealth of Australia, Bureau of Meteorology | Frühjahrsniederschlag 2012 in %.
© Commonwealth of Australia, Bureau of Meteorology | Frühjahrsniederschlag 2012 in %.
© Commonwealth of Australia, Bureau of Meteorology | Dezemberniederschlag 2012 in %.
© Commonwealth of Australia, Bureau of Meteorology | Dezemberniederschlag 2012 in %.

Ein verspäteter und gleichzeitig abgeschwächter Monsun führte in den Monaten September bis November 2012 zu einem deutlichen Niederschlagsdefizit in Australien. Über dem gesamten Kontinent fiel 29% weniger Regen. In South Australia liegt das Defizit im australischen Frühling 2012 sogar bei -71%. Damit geht das Frühjahr 2012 in diesem Bundesstaat als der Dritttrockenste in die Geschichte ein. Lediglich in Western Australia ist eine positive Abweichung des Niederschlags von 19% zu verzeichnen. Auch der Dezember 2012 war von Western Australia abgesehen zu trocken. Der Überschuss an Niederschlag liegt hier in kräftigen Konvektionen in der ersten Dezemberhälfte begründet. So fielen beispielsweise am 13. Dezember innerhalb von 24 Stunden 210.8 mm am Yourdamung Lake in Western Australia. In South Australia dagegen fehlten 48% des Gesamtniederschlags. Insgesamt verzeichnet Australien im Dezember 2012 ein Defizit von -13%.

Bereits zu der „westaustralischen Regenzeit“ lagen große Gebiete im Bereich sehr warmer Luft mit Temperaturen zwischen 20 und 26°C in 850 hPa. Hohe Luft- und Bodenfeuchtigkeiten und die daraus resultierende vielfach stärkere Bewölkung hinderte aber die kräftige Einstrahlung. Durch zunehmende Hochdruckbereitschaft über Südaustralien wurde die feuchte und instabile Luftmasse bereits ab Mitte Dezember zunehmend trockener und stabiler bzw. verdrängt. Die saisonale kräftige Einstrahlung führte folglich zu einer sukzessiven und überregionalen Erwärmung mit der Bildung eines kräftigen Warmluftkörpers. Damit fand nach Abzug der Starkregenereignisse im Westen Australiens die Hitzewelle in der dritten Dezemberdekade ihren Anfang. Zwischen dem 21. und 25. Dezember wurden in Western Australia häufiger mehr als 45°C gemessen. Auch hochreichend wurde es warm. An der Station Learmonth Airport stieg am 23. Dez. um 12 UTC die Temperatur in 850 hPa auf beeindruckende 29,4°C. Vom 26. bis 29. Dezember schwächte sich die Hitze mit Schwerpunkt nun über Queensland und Northern Territory auf Werte um 42°C ab. Ab dem 30. verschärfte und verlagerte sich die Hitze erneut über Western Australia.

© Welt der Synoptik, erstellt mit Metwatch | Temperaturen um 06 UTC am 07.01.2013.
© Welt der Synoptik, erstellt mit Metwatch | Temperaturen um 06 UTC am 07.01.2013.
© Welt der Synoptik, erstellt mit Metwatch | Taupunkte um 06 UTC am 11.01.2013.
© Welt der Synoptik, erstellt mit Metwatch | Taupunkte um 06 UTC am 11.01.2013.

Zu Beginn des neuen Jahres stiegen die Temperaturen dann auf deutlich über 45°C. Rückseitig hohen Luftdrucks über Südostaustralien konnte sich in der ersten Januardekade der hochreichende Warmluftkörper nahezu über dem gesamten Kontinent etablieren. In South Australia wurden dabei mehrfach Höchstwerte von über 48°C und verbreitet in 850 hPa Temperaturen zwischen 26 und 28°C gemessen. An der Station Giles im Bundesstaat South Australia wurden um 00 UTC am 09. Jan. 2013 in 850 hPa ebenfalls 29,4°C registriert. Numerische Analysen geben darüber hinaus Signale von Temperaturen etwas über 30°C im gleichen Niveau. Zudem war die Luftmasse so trocken, dass die Taupunkte im negativen Bereich lagen. Besonders in South Australia wurden Taupunkte von -10 bis -18°C gemessen. Entsprechend befand sich bei bodennahen Temperaturen von über 40°C die relative Luftfeuchtigkeit zwischen 2 und 5%. Ab dem 13. Januar zog sich der Hitzeschwerpunkt abschwächend in den Norden Australiens zurück. Im Verlauf der zweiten Januardekade wurden insbesondere in New South Wales und South Australia gebietsweise noch Höchstwerte von über 45°C gemessen. Dabei konnte am 18. Januar in Sydney Observatory Hill mit 45,8°C (alter Wert: 45,3°C) ein neuer Rekordwert aufgelistet werden. Am Sydney Airport AMO wurden sogar 46,4°C gemessen. Eine landesweite Hitze in Australien mit maximalen Temperaturen von über 40°C wurde dagegen nicht mehr beobachtet.


Absolute Höchsttemperaturen vom 01. bis 18. Januar 2013 in Australien (Quelle: BOM)
Datum Maximum-Temperatur °C  Station Bundesstaat
01. Jan. 46,1 Munglinup West W. Australia
02. Jan. 47.7  Eyre W.  Australia
03. Jan. 48.8 Red Rocks Point W. Australia
04. Jan.  48.2 Wudinna Aero South Australia
05. Jan.  48.4 Marree Comp. South Australia
06. Jan.  48.2 Marree Comp.  South Australia
07. Jan. 47.8 Leonora W. Australia
08. Jan.  48.4 Marree Comp. South Australia
09. Jan.  49.0 Leonora W. Australia
10. Jan. 47.7 Warburton Airfield W.  Australia
11. Jan. 47.6 Caregie W. Australia
12. Jan. 49.6 Moomba Airport South Australia
13. Jan. 49.0 Birdsville Airport Queensland
14. Jan. 46.8 Trempell Airport Queensland
15. Jan. 45.7 Warburton Airfield W. Australia
16. Jan. 47.3 Warburton Airfield W. Australia
17. Jan. 46.4 Port Augusta Aero S. Australia
18. Jan. 47.1 Wilcannia N.S. Wales
 

Markiert sind die fünf höchsten Tagesmaxima, die während der Hitzewelle im Januar 2013 gemessenen wurden. Dabei betrug der absolute Höchstwert 49,6°C und wurde am 12. Januar am Moomba Airport in South Australia registriert.

Ist der Klimawandel schuld an der Rekordhitze?


Die australische Hitzewelle war in ihrer räumlichen und zeitlichen Ausdehnung sowie in ihrer Intensität beispiellos. Noch nie gab es seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Monat Januar so häufig Temperaturen über 40 und 45°C. Wegen der numerischen Vorhersage von Temperaturen über 50°C ergänzte das Australian Bureau of Meteorology (BOM) die Temperaturskala in den offiziellen Wetterkarten um zwei neue Farbcodes. So wurde die Skala von 50 auf 54°C erhöht. An 53 Stationen, hauptsächlich in den Bundesstaaten New South Wales, Western Australia und auf der Insel Tasmanien, wurden neue Maximaltemperaturen erreicht. Berücksichtig wurden dabei Wetterstationen mit einer Messreihe von mindestens 30 Jahren. Auch wenn sich Wissenschaftler, wie der Vorsitzende des IPCC, die australische Hitze als Beweismaterial für den (anthropogenen) Klimawandel zur Hand nehmen, so kann dies tatsächlich weder jemand bestätigen noch dementieren. Widersprüchlich zu solchen Hitzewellen als Teil der Klimaerwärmung sind dagegen beispielsweise die extremen Fröste in Russland im Dezember 2012, die mehr als 120 Menschen das Leben kosteten. Vielfach wurden Temperaturen unter -40°C gemessen. Spitzenreiter der Kältewelle war Ojmjakon mit -58,6°C am 24.12.2012. Anfang Januar 2013 litt China unter dem heftigsten Winter seit knapp 30 Jahren. Seit November 2012 gab es eine negative Temperaturanomalie. Auch aus der Mongolei wurden Anfang 2013 Tiefstwerte von knapp minus -50°C gemeldet. Darüber hinaus lagen 80% des Landes unter einer 1,30 Meter hohen Schneedecke. Da solche Ereignisse in eine "sich immer weiter erwärmende Erde“ nicht passen, werden diese von IPCC Wissenschaftlern auch nicht erwähnt. Klimawandel hin oder her. Klimatologische Werte dienen nur der zeitweiligen Orientierung und sind keine Referenz für die Ewigkeit. So lange sich Wetter ändert, solange ist Klima variabel, ganz egal, ob der Mensch existiert oder nicht. Daher müssen Bezugsreihen den Veränderungen angepasst werden. Wie dem auch sei, ein Einzelereignis ist kein Indiz für einen Klimawandel.


Autor: Denny Karran | Veröffentlicht: am 21.01.2013 | © Welt der Synoptik