Isobarenanalyse in Bodenwetterkarten


Schritt 1: Gesamtüberblick verschaffen

Abb I: Bodenwettermeldungen Westeuropa / Quelle: © DWD
Abb I: Bodenwettermeldungen Westeuropa / Quelle: © DWD

Wer zum ersten Mal eine Karte mit Bodenwettermeldungen siehst, sollte sich vor der Analyse einen Überblick verschaffen. Beispielsweise sind in der rechten Grafik (Westeuropa, DWD-Format) keine Landesgrenzen dargestellt. Auch sollte das Stationsmodell (ausgehend von dem Punkt, der die Position der einzelnen Wetterwarte/ -station zeigt und gleichzeitig den Gesamtbedeckungsgrad repräsentiert) bekannt sein. Also, wo liegt der Luftdruck, die Temperatur, Taupunkt ect. Orientierung ist somit das A und O, denn man möchte ja hinterher wissen, wo sich das analysierte Tief und die dazugehörigen Fronten befinden. Sollte Ihnen das Stationsmodell noch unbekannt sein, dann finden Sie unter folgendem Link ausführliche Erklärungen zu diesem:

 

Stationsmodell (DWD)

 

 

 

 

Die hier im Beispiel dargestellte manuelle Bodenwetterkartenanalyse basiert auf den synoptischen Beobachtungen vom 16.11.2009 um 06 UTC.

Schritt 2: Vorläufige Isobarenanalyse

Abb II: Isobarenanalyse v. WDS / Format: © DWD
Abb II: Isobarenanalyse v. WDS / Format: © DWD

Ist der Gesamtüberblick erfolgt, so macht man sich nun an die Isobarenanalyse. Isobaren sind Linien gleichen Luftdrucks. Der Luftdruck ist dabei auf Normal Null (NN) reduziert, um alle Messwerte der verschiedenen Stationen vergleichen zu können. Nun ist es wichtig, sich voll und ganz auf den Luftdruck zu konzentrieren, der sich oben rechts am Stationspunkt befindet. Aber wo fängt man nun an, die erste Isobare zu ziehen? Dazu muss man wissen, dass der Luftdruck in einem Abstand von 5 hPa (für die Meteorologie völlig ausreichend!) analysiert wird (Isobaren für 1005, 1010, 1015, 1020 usw.) Bestenfalls sucht man sich dazu eine Station, die bereits einen Luftdruck, der durch 5 teilbar ist, registriert hat. Beispielsweise 1015 hPa. Da die weiteren Stationen nicht exakt die 1015 hPa melden werden, muss der begonnene Isobarenverlauf der 1015 hPa - Isobare linear interpoliert werden. Man trennt entsprechend mit der Isobare also Orte mit Druckwerten oberhalb von Orten mit Druckwerten unterhalb des Isobarenwertes (siehe dazu Abb. III).

 

Analyseprobleme gibt es vor allem in Gebieten mit wenigen Wettermeldungen. Hier orientiert man sich stattdessen an den Winden. So zeigt die Windfiederung stets zum tiefen Druck. Bei starken Winden gilt entsprechend ein enger Isobarenabstand. Auch sollte die Strömungsrichtung der Winde um die Druckzentren (Tief = gegen den Uhrzeigersinn / Hoch = im Uhrzeigersinn) beachtet werden. Nicht, dass versehentlich ein steigender Druck Richtung Tiefdruckzentrum analysiert bzw. beschriftet wird.

Abb III: Lineare Interpolation der 1015 hPa Isobare
Abb III: Lineare Interpolation der 1015 hPa Isobare

Sind alle Isobaren gezeichnet, werden diese natürlich beschriftet. Zur Druckanalyse gehört aber auch das Kennzeichnen von Druckzentren. So bekommen abgeschlossene Druckgebiete Großbuchstaben und Bodentröge sowie Bodenkeile Kleinbuchstaben.  Blau steht für hohen Luftdruck (H, h) und die rote Kennzeichnung für tiefen Luftdruck (T, t). Die Kleinbuchstaben kommen besonders in Gebieten zum Einsatz, wo keine geschlossenen Isobaren analysiert wurden. Wie in der Beispielkarte (Abb II) über Norditalien, wo sich ein erhöhter Druckwert befindet, der alle anderen Druckwerte in der näheren Umgebung überragt. Solche Markierungen sind daher wichtig, da es sonst den Eindruck erwecken würde, es gäbe "luftleere Räume".

 

In jeder Bodenwettermeldung wird der reduzierte Luftdruck mit 3 Ziffern angegeben. Die Tausender- sowie Hunderterstelle wird vernachlässigt. Die codierte dritte Stelle ist gleich die decodierte erste Stelle nach dem Komma. So bedeutet die Ziffernfolge 153 = 1015,3 hPa und 278 = 1027,8 hPa. Bei Luftdruckwerten unterhalb von 1000 hPa ändert sich an dem Prinzip nichts. 995 = 999,5 hPa und 873 = 987,3 hPa.


© Welt der Synoptik | Autor: Denny Karran