Synoptisch-skalige Größenordnung


Die zeitliche und räumliche Eingrenzung der synoptischen Skala (synoptic scale) ist nicht eindeutig bestimmbar. Um aber dennoch die synoptisch-skalige Größenordnung von vor allem kleineren Zeit- und Raumskalen zu unterscheiden, erfolgt die Beobachtung von dynamischen Aspekten.

Geostrophisches Gleichgewicht

So befinden sich in der synoptischen Größenordnung die atmosphärischen Erscheinungen näherungsweise im Gleichgewicht zwischen Druckgradient- und Corioliskraft. Entsprechend sind Beschleunigungen und ageostrophische Bewegungen gering. In der mesoskaligen und in darunterliegenden Größenordnungen überwiegt im Vergleich zur Corioliskraft die Druckgradientkraft. Damit einher gehen starke Beschleunigungen und ageostrophische Bewegungen. Der Übergang zwischen beiden Skalen liegt nach dieser dynamischen Betrachtung bei etwa 1000 km.

Hydrostatisches Gleichgewicht

Eine weitere Möglichkeit wäre die Definition der synoptischen Skala mithilfe des hydrostatischen Gleichgewichts zu benennen. Ob sich ein atmosphärisches Phänomen im hydrostatischen Gleichgewicht befindet, lässt sich über das Verhältnis zwischen der vertikalen Mächtigkeit und der horizontalen Länge bestimmen. Wenn die horizontale Abmessung sehr viel größer als die vertikale Mächtigkeit (H/L >> 1) ist, handelt es sich um ein hydrostatisches Phänomen mit einer synoptisch-skaligen Größenordnung. Dann ist die vertikale Beschleunigung im Vergleich zur vertikalen Druckgradientkraft sehr gering. Ist die vertikale Mächtigkeit in etwa so groß wie die horizontale Ausdehnung (H/L ~ 1), ist die vertikale Beschleunigung im Vergleich zur vertikalen Druckgradientkraft sehr groß. Dann spricht man von nicht-hydrostatischen Phänomenen. Dies gilt für Bewegungssysteme unterhalb der synoptischen Größenordnung, wozu Staubteufel, Tornados, Thermikblasen oder aber auch der Updraft in einem Gewitter zählen.

 

Nichtsdestotrotz aber lässt sich auch ohne das Betrachten der dynamischen Betrachtungsweisen in etwa sagen, dass sich die synoptische Skala zwischen 100 und 5000 km, und somit im fließenden Übergang zwischen der Mesoskala und der Makroskala befindet. Somit fallen beispielsweise Fronten,  Hoch- und Tiefdruckgebiete in diese Größenordnung. Dabei handelt es sich um Strukturen, die auf üblichen (synoptischen) Wetterkarten zu sehen sind.


© Welt der Synoptik | Autor: Denny Karran