Wellenklimatologie


© Welt der Synoptik | Beständiges Alpenwetter mit Dunst und Nebel in den Tälern
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Lage der Wellen in Abhängigkeit des Grundstroms

Abb. 4 | Starker zonaler Grundstrom mit langen Wellen der Wellenzahl 3. Die Folge eines solchen Langwellensystems ist eine milde Witterung in Mitteleuropa auch in den Wintermonaten.
Abb. 4 | Starker zonaler Grundstrom mit langen Wellen der Wellenzahl 3. Die Folge eines solchen Langwellensystems ist eine milde Witterung in Mitteleuropa auch in den Wintermonaten.

Die Land-Meer-Verteilung ist sowohl für die Entstehung als auch für die mittlere Position der langen Wellen in Abhängigkeit von der Stärke des zonalen Grundstroms verantwortlich.

 

Als Hauptauslöser für die langen Wellen fungieren wie bereits erwähnt die Rocky Mountains, die quer zur Strömung ausgerichtet sind. Werden diese im Falle eines starken Grundstroms, üblicherweise in der kalten Jahreszeit, überströmt, wölbt sich direkt über den Rocky Mountains ein Höhenkeil auf. Leeseitig erfolgt die Austrogung mit einer Wellenlänge von bis zu 120 Längengrade, dessen Schwingung sich aufgrund des in sich geschlossenen Strömungsbandes auf der gesamten Hemisphäre fortsetzt. Bei 360 Längengraden bildet sich entsprechend eine Welle der Wellenzahl 3. Befindet sich nun über den Rocky Mountains ein Höhenkeil (Achse bei 110 Grad West) so befindet sich über Deutschland ebenfalls eine Keilachse mit einer daraus resultierenden durchweg milden bis sehr milden Südströmung in Mittel- und Westeuropa. Erfolgt also im Bereich Grönland und Kanada eine markante Auskühlung, dann ist in Mitteleuropa gerade keine Winterkälte zu erwarten.

 

Mit beginnender saisonaler Erwärmung in der Arktis lässt der zonale Grundstrom nach. Somit rückt der Leetrog näher an die Rocky Mountains heran. Die Länge der Welle erstreckt sich nun über 90 Längengrade. Auf der Nordhemisphäre befinden sich somit vier Keile und vier Tröge, wobei Mitteleuropa auf der Ostflanke eines Keils liegt und entsprechend zyklonale Nord- bis Nordwestlagen unser Wetter gestalten (Aprilwetter). Somit sind auch Kälterückfälle im April nach einem milden Winter erklärt. Bei einem sehr schwachen Grundstrom, der allgemein in den Sommermonaten zu beobachten ist, benötigt es die Wellenzahl 5, um das Wellenmuster stabil zu halten. 


© Welt der Synoptik | Autor: Denny Karran