Zonale Großwetterlagen


Wa - Westlage, antizyklonal

Über Frankreich bis Mitteleuropa liegt ein ausgeprägtes Hochdruckgebiet, das nach Norden langsam in Tiefdruck übergeht. In der Höhe wird das Druckbild meist durch einen zonal ausgerichteten Höhenrücken subtropischen Ursprungs gestützt. Einzelne Tiefdruckstörungen können mit ihren Fronten zeitweise auf Norddeutschland übergreifen. Die parallel zu den Isobaren verlaufenden Westwinde advehieren überwiegend maritime Luftmassen, so dass die Temperaturen überdurchschnittlich ausfallen, die Niederschlagsmenge aber meistens unterdurchschnittlich liegt.

Verwandte GWL Max. Häufigkeit Min. Häufigkeit Übergangswahrscheinlichkeit (1/10%)
 BM, Wz
 August Mai Wz (79), HM (52), NWa (27)


Wz - Westlage, zyklonal

Ein großräumiges Hochdruckgebiet liegt über Südfrankreich bis Norditalien, nördlich davon herrscht Tiefdruck. Tiefdruckstörungen wandern meist vom Nordatlantik über die britischen Inseln bis zur Nordsee bzw. Ostsee und streifen dabei mit ihren Fronten Mitteleuropa. Das steuernde Zentraltief befindet sich etwa 60°N, das in einem breiten Langwellentrog von Island bis Skandinavien eingebettet ist. Bei dieser Großwetterlage dominieren maritime Luftmassen mit eher niedrigen Tagesgängen. Im Winter bringt diese Großwetterlage meist mildes Wetter, während im Sommer kühle, regnerische Tage unter dieser Großwetterlage häufig zu beobachten sind.

Verwandte GWL Max. Häufigkeit Min. Häufigkeit Übergangswahrscheinlichkeit (1/10%)
 Wa, Ws
 August April HM (28), Wa (24), TRM (20)


Ws - Südliche Westlage

Charakteristisch für diese Westlage ist eine weit nach Süden verschobene Frontalzone, die teilweise von Südspanien über das Mittelmeer bis zum nordöstlichen Mittelmeergebiet verläuft. Dementsprechend greift Tiefdruck bis in den Mittelmeerraum über, teilweise sogar bis Nordafrika. Einzelne Tiefdruckgebiete wandern über dem Golf der Biskaya in Richtung Mitteleuropa. Oftmals befindet sich über dem subpolaren bis polaren Raum ein ausgeprägtes Hochdruckgebiet, welches in Verbindung mit dem südlich liegenden Tiefdruck eine östliche Strömungskomponente über Mitteleuropa initialisiert. Arktische Luftmassen können bei dieser Großwetterlage weit nach Süden vordringen und auf kleinem Raum einen großen Temperaturgradienten erzeugen.

 

In der Regel führt diese GWL zu kühlen Temperaturen in den Frühlings- bis Sommermonaten, im Herbst und Winter kann das potentielle Temperaturniveau unter dieser Großwetterlage stark variieren.

Der ausgeprägte zyklonale Einfluss über Mitteleuropa führt häufig zu überdurchschnittlich viel Niederschlag während dieser Großwetterlage.

Verwandte GWL Max. Häufigkeit Min. Häufigkeit Übergangswahrscheinlichkeit (1/10%)
 HFz, HNFz, Wz  Dezember September  Wz (53), Swz (20), TRW (1)
Bodenwetterkarte einer südlichen Westlage. | Bildquelle: Deutscher Wetterdienst
Bodenwetterkarte einer südlichen Westlage. | Bildquelle: Deutscher Wetterdienst
Höhenwetterkarte einer südlichen Westlage. | Bildquelle: Deutscher Wetterdienst
Höhenwetterkarte einer südlichen Westlage. | Bildquelle: Deutscher Wetterdienst


WW - winkelförmige Westlage

Ähnlich wie bei der zyklonalen Westlage verläuft eine glatte Frontalzone vom Seegebiet Schottlands bis zur Ostsee, biegt aber dann scharf nach Norden ab. Ein Hochdruckgebiet über Russland lenkt sämtliche Tiefdruckstörungen entsprechend der Frontalzone nach Norden ab. Während das östliche Mitteleuropa überwiegend von einem Hochdruckgebiet beeinflusst wird, greifen zeitweise Fronten auf das westliche Mitteleuropa über, werden aber schnell stationär bzw. lösen sich auf. Häufig wird auch der Begriff "Barosumpf" mit dieser Großwetterlage verbunden, da sich Deutschland überwiegend in einem gradientschwachen Bereich befindet. Bei dieser Großwetterlage ist eine überwiegend gemäßigte Witterung ohne Extreme zu erwarten.

Verwandte GWL Max. Häufigkeit Min. Häufigkeit Übergangswahrscheinlichkeit (1/10%)
 SEa, SEz, HFa
 November Mai  Wz (66), BM (45), HM (3)


© Welt der Synoptik | Autor: Mike Rosin