Gemischte Großwetterlagen


SWa - Südwestlage, antizyklonal

Bei dieser Großwetterlage ist eine etwa um 45° gegenüber dem zonalen Grundstrom gedrehte Frontalzone, ausgehend vom Seegebiet der Azoren bis nach Skandinavien, zu erwarten. Südlich dieser verläuft typischerweise eine Hochdruckbrücke, welche Teile der iberischen Halbinsel, sowie Mitteleuropas umfasst. Einzelne Tiefdruckgebiete streifen Schottland und Norwegen. Mitteleuropa bleibt überwiegend trocken (Ausnahme: Gewitterlagen). Durch die Advektion subtropischer Luftmassen überwiegt eine milde bis heiße Witterung mit überdurchschnittlichen Temperaturen.

Verwandte GWL Max. Häufigkeit Min. Häufigkeit Übergangswahrscheinlichkeit (1/10%)
 SWz, HM
 Oktober Juni  Wz (81), HM (58), BM (34)
Bodenwetterkarte einer antizy. Südwestlage. | Bildquelle: Deutscher Wetterdienst
Bodenwetterkarte einer antizy. Südwestlage. | Bildquelle: Deutscher Wetterdienst
Höhenwetterkarte einer antizy. Südwestlage. | Bildquelle: Deutscher Wetterdienst
Höhenwetterkarte einer antizy. Südwestlage. | Bildquelle: Deutscher Wetterdienst


SWz - Südwestlage, zyklonal

Zwischen hohem Luftdruck über dem Mittelmeer bis zur Ukraine und tiefem Luftdruck über dem Nordatlantik bis Südskandinavien verläuft eine im 45° Winkel exponierte Frontalzone. Einzelne Tiefdruckgebiete wandern von Großbritannien über die Nordsee nach Skandinavien, wobei deren Fronten Mitteleuropa nachhaltig beeinflussen. Das Übergreifen von Kaltfronten kann in den Sommermonaten eine hohe Gewitteraktivität initialisieren, da dann der Temperaturgradient an der Front maximal ausgeprägt ist. In allen Jahreszeiten sind überdurchschnittliche Temperaturen zu erwarten, ebenso zeichnet sich diese Großwetterlage durch eine relativ hohe Regenwahrscheinlichkeit aus.

Verwandte GWL Max. Häufigkeit Min. Häufigkeit Übergangswahrscheinlichkeit (1/10%)
 Wz, TRM, SWa
 Januar Juli  Wz (83), HM (24), WA (22)


NWa - Nordwestlage, antizyklonal

Über Großbritannien bis Norditalien erstreckt sich ein Hochdruckgebiet, das durch einen Höhenrücken vom Mittelmeerraum über Frankreich nach GB gestützt wird. Über Skandinavien bis zur Ukraine verläuft eine gekippte Frontalzone, bei der einzelne schwächere Tiefdruckgebiete eingebunden sind. Die Fronten der Tiefdruckgebiete greifen nur zeitweise auf die Deutschlands über, bevorzugt auf die Nordost- bzw. Osthälfte Deutschlands.

Im Winter kommt es aufgrund der Advektion maritimer, gemäßigter subpolaren Luftmassen zu einer milden Witterung, im Frühjahr bis zum Herbst ist diese Großwetterlage eher für ein unterdurchschnittliches Temperaturniveau verantwortlich. Die Witterung zeigt sich zumeist recht feucht, aber überwiegend ohne reichlich Niederschlag (der Nordsee kommt hier in den Wintermonaten eine gesonderte Rolle hinzu).

Verwandte GWL Max. Häufigkeit Min. Häufigkeit Übergangswahrscheinlichkeit (1/10%)
 NWz, HB
 Juli Oktober  Wz (53), HM (48), NWz (37)
Bodenwetterkarte einer antizyklonalen Nordwestlage. | Bildquelle: Deutscher Wetterdienst
Bodenwetterkarte einer antizyklonalen Nordwestlage. | Bildquelle: Deutscher Wetterdienst
Höhenwetterkarte einer antizykl. Nordwestlage. | Bildquelle: Deutscher Wetterdienst
Höhenwetterkarte einer antizykl. Nordwestlage. | Bildquelle: Deutscher Wetterdienst


NWz - Nordwestlage, zyklonal

Zwischen einem blockierenden Subtropenkeil über Südwestfrankreich bis Irland und einem Tiefdrucksystem über der Ostsee bis Südosteuropa erstreckt sich eine nach Südosten ausgerichtete Frontalzone. Einzelne Tiefdruckstörungen ziehen langsam über Mitteleuropa nach Südosteuropa und beeinflussen Mitteleuropa mit ihren Fronten nachhaltig. Das Temperaturniveau liegt meist unter dem Durchschnitt, eine Ausnahme bilden die Wintermonate. Aufgrund des dominierenden zyklonalen Einflusses ist mit einer hohen Regenwahrscheinlichkeit wie überdurchschnittlich hohen Niederschlagsmengen bei dieser Großwetterlage zu rechnen.

Verwandte GWL Max. Häufigkeit Min. Häufigkeit Übergangswahrscheinlichkeit (1/10%)
 Wz, TRM, NWa
 Juli Mai  Wz (57), HM (30), Wa (24)


HM - Hoch Mitteleuropa

Mitteleuropa liegt unter einem flachen, meist sehr ausgeprägtem Hochdruckgebiet, das von Westen mit einem Höhenrücken gestützt wird. Typischerweise ist eine solche Großwetterlage recht stabil, manchmal kann sich sogar eine besonders stabile Omegalage ausbilden, wenn das Hochdruckgebiet von einem mit Kaltluft gefüllten Trog an der Ostflanke und der nordatlantischen Frontalzone auf der Westseite flankiert wird. Über Mitteleuropa herrscht im Kernbereich der Hochzelle ein geringer Druckgradient. In den Sommermonaten steht diese Großwetterlage für sonnig, warmes Wetter über Mitteleuropa, in den Wintermonaten können die Temperaturen stark variieren, bei Inversionswetterlagen sind auch lange Dauerfrostphasen möglich.

Verwandte GWL Max. Häufigkeit Min. Häufigkeit Übergangswahrscheinlichkeit (1/10%)
 SWa, Sa, SEa, BM
 September April  Wz (51), Wa (37), BM (28)


BM - Hochdruckbrücke Mitteleuropa

Zwischen dem subtropischen Hochdruckgürtel und einem osteuropäischen Hochdruckgebiet erstreckt sich eine Hochdruckrücke über Mitteleuropa. Einzelne atlantische Tiefdruckgebiete können die i.d.R. schwache Hochdruckbrücke zeitweise durchbrechen. Südlich der Hochdruckbrücke befindet sich um den mediterranen Raum eine zyklonale Dominanz, welche durch abgetropfte, subpolare Luftmassen entstehen kann. Der Witterungscharakter ähnelt im Grunde dem der GWL HM, d.h. im Sommer eher trocken-warm und in den Wintermonaten eher trocken-kühl.

Verwandte GWL Max. Häufigkeit Min. Häufigkeit Übergangswahrscheinlichkeit (1/10%)
Wa, HM
 Dezember März, Mai
 Wz (64), HM (29), NWa (27)


TM - Tief Mitteleuropa

Über Mitteleuropa befindet sich ein ausgeprägtes und abgeschlossenes Tiefdruckgebiet, das durch abgetropfte Höhenkaltluft generiert wird. Der Tiefdruck wird von Westen, Norden und Osten von Hochdruck flankiert, so dass über Mitteleuropa meist eine nördliche bis östliche Bodenströmung existiert. Die atlantische Frontalzone spaltet sich über dem Nordatlantik in einen über dem Nordmeer verlaufenden Zweig und einen Richtung Mittelmeer verlaufenden Zweig auf. Die Witterung unter dieser Großwetterlage zeigt sich überwiegend recht feucht und kühl.

Verwandte GWL Max. Häufigkeit Min. Häufigkeit Übergangswahrscheinlichkeit (1/10%)
HFz, HNFz
 April August
 Wz (54), HNFz (22), TB (19)


© Welt der Synoptik | Autor: Mike Rosin