Reibungswind


© Welt der Synoptik | Reibungswind innerhalb der planetarischen Grenzschicht.
© Welt der Synoptik | Reibungswind innerhalb der planetarischen Grenzschicht.

Der Reibungswind wird auch als geotriptischer oder geostrophisch-antitriptischer Wind, in Äquatornähe in der Reibungsschicht ohne Einwirken der Corioliskraft als antitriptischer Wind oder allgemein auch als ageostrophische Windkomponente bezeichnet. Neben Reibung in der planetarischen Grenzschicht wird auch eine beschleunigungsfreie Strömung benötigt. Durch die Reibungskraft wird die Windgeschwindigkeit abgeschwächt, die Corioliskraft lässt nach und die Druckgradientkraft überwiegt. Es erfolgt ein Ablenken des Windes zum tiefen Druck, wobei der Ablenkungswinkel in Abhängigkeit von der Windgeschwindigkeit und Bodenrauhigkeit variiert (über Land, je nach Rauhigkeit, 25 bis 50 Grad / über Wasser, je nach Wellengang, 10 bis 30 Grad). Die Ablenkung des geostrophischen Windes in der Reibungsschicht wird mit der Ekman-Spirale beschrieben. Innerhalb der Grenzschicht nimmt der Wind mit der Höhe zu und dreht in Strömungsrichtung nach rechts, was aber hier nichts mit Warmluftadvektion zu tun hat! Der Reibungswind führt als ageostrophische Windkomponente dazu, dass sich Tiefdruckgebiete über Land schneller auflösen, als über dem Wasser (Reibung verstärkt die Bodenkonvergenz).


© Welt der Synoptik | Autor: Denny Karran