Einführung in die Synoptik


© Welt der Synoptik | Konvektion über den Alpen
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"Die synoptische Meteorologie (auch Synoptik genannt) beschreibt einen Teilbereich der Meteorologie, der sich auf Basis der synoptischen Beobachtungen mit dem Studium der meteorologischen Strukturen in ihrer räumlichen Verteilung und zeitlichen Änderung innerhalb der Atmosphäre befasst. Das Ziel der Synoptik ist die Wettervorhersage."

Entwicklung und Teilbereiche der synoptischen Meteorologie

Alles begann mit der Analyse des Bodendruckfeldes (Isobarensynoptik). Dabei wurden Teilen des Bodendruckfeldes bestimmte Wetterzustände („beständig“, „veränderlich“, „Sturm“) zugeordnet, welche heute noch auf handelsüblichen Barometern zu finden sind. Damals ging man noch davon aus, dass Wetterzustand und Wetterentwicklung nur allein vom Bodendruckfeld abhängig sind. In den 1920er Jahren wurde die Isobarensynoptik von der Luftmassensynoptik, beziehungsweise von der luftmassenmäßigen Arbeitsweise ergänzt. Die hierbei nach der norwegischen Schule von G. Schinder entwickelte Arbeitsmethode beinhaltet die meteorologische Erarbeitung von Wetterkarten in Bezug auf die Verteilung, Begrenzung und Auswirkung sowie die zeitliche und räumliche Entwicklung von Luftmassen. Weiterhin gehören zu diesem synoptischen Bereich die Luftmassenklassifikation sowie die Polarfronttheorie.

 

Da das Bodenwetter mit den physikalischen Prozessen in der oberen Troposphäre eng verknüpft ist, wurde die aerologische Synoptik eingeführt, um hochtroposphärische Strukturen zu erkennen, deren Einfluss auf das Bodenwetter zu beurteilen und Rückschlüsse auf die weitere Wetterentwicklung zu ziehen. Der letzte Bereich deckt die theoretische Synoptik ab. Hierzu zählen die theoretische Meteorologie sowie die numerische Wettervorhersage.

Arbeitsschritte in der synoptischen Meteorologie

Schritt 1

Analyse

"Wie ist das Wetter?"

 

Im ersten Schritt wird der Istzustand der Atmosphäre erfasst. Dazu werden flächendeckende und international vergleichbare Beobachtungsdaten weltweit benötigt. Mit Hilfe dieser lassen sich Bodendruckkarten, Höhenwetterkarten und Frontenanalysen erarbeiten.

Schritt 2

Diagnose

"Warum ist das Wetter so?"

 

Im zweiten Schritt erfolgt die Beurteilung der Wetterlage auf Grundlage der gesammelten Wetterdaten und auch numerischen Analysen. Damit gewinnt der Meteorologe Erkenntnisse über die Ursachen der aktuellen atmosphärischen Abläufe.

Schritt 3

Prognose

"Wie wird das Wetter?"

 

Im letzten Schritt wird die Entwicklung des zukünftigen Wetters prognostiziert. Während für die Vorhersage der nächsten 2-3 Stunden auf aktuelle Analysen zurückgegriffen werden kann, erfolgt die eigentliche Wettervorhersage mittels numerischer Wettervorhersagemodelle.


Das meteorologische Messnetz

Die Grundlage des synoptischen Arbeitens bildet die Wetterbeobachtung. Dazu wurde im Jahre 1780 von der Pfälzischen Meteorologischen Gesellschaft (Societas Meteorologica Palatina) ein erstes globales Wetterbeobachtungsnetz unterhalten, das vom Ural über Grönland bis nach Nordamerika 39 Stationen umfasste. Auch das deutsche Meteorologische Observatorium Hohenpeißenberg war Teil dieses Messnetzes. Mit einer Datenreihe von 1781 bis heute ist es das älteste Bergobservatorium der Welt. Flächendeckend und nach einheitlichen Vorgaben wurde das Wetter in Deutschland aber erst seit 1881 erfasst. Seit diesem Jahr liegen demnach auch Gebietsmittelwerte von Deutschland vor.

 

Nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) besteht das heutige globale hauptamtliche Beobachtungsnetz aus über 10.000 automatischen und bemannten Bodenstationen, etwa 1000 Radiosondenstationen, circa 7000 Bordstationen und ca. 1100 Bojen (um die 100 davon sind ortsfest). Hinzu kommen mehrere Hundert Wetterradare, 15 operationelle geostationäre sowie 9 polarumlaufende Satelliten (Stand: Februar 2014)

 

Neben den hauptamtlichen Bodenwetterstationen gibt es aber noch zahlreiche nebenamtliche Messsysteme. So liegt die Anzahl aller offiziell betriebenen Wetterstationen schätzungsweise zwischen 20.000 und 25.000.

Messnetze im Vergleich


Synoptische Termine



© Welt der Synoptik | Autor: Denny Karran